"Glaube braucht Heimat"
- Manifest für eine lebendige Kirche vor Ort
- Gegen die Anonymisierung unseres Glaubens
- Für den Erhalt der Pfarreien im Erzbistum Paderborn
Präambel
Wir, gläubige Christinnen und Christen, ehrenamtlich Engagierte, Seelsorgerinnen und Seelsorger im Erzbistum Paderborn, blicken mit großer Sorge auf die geplante Strukturreform.
Die Errichtung von 21 gigantischen Seelsorgeräumen bedroht das Herz unserer Kirche:
die lebendige, nahbare Gemeinschaft vor Ort.
Wir verweigern uns einer rein administrativen Mangelverwaltung, die den Glauben strukturell verwaltet, statt ihn pastoral zu beleben.
Unsere Grundsätze
1. Kirche muss nah bei den Menschen bleiben
- Die Realität: Megastrukturen distanzieren die Kirche von der Lebensrealität der Menschen.
- Unsere Forderung: Glaubensorte müssen fußläufig und erreichbar bleiben. Kirche passiert im Dorf und im Viertel, nicht in anonymen und zentralisierten Einheiten.
2. Beziehung statt reiner Verwaltung
- Die Realität: Riesige Räume zwingen Seelsorger in das Management und ins Auto.
- Unsere Forderung: Priester und pastorale Mitarbeiter sollen bei den Menschen sein. Wir wünschen uns Gesichter statt Zuständigkeiten und echte Seelsorge statt bürokratischer Koordination.
3. Stärkung des Ehrenamts statt Entmündigung
- Die Realität: Wenn lokale Identitäten sterben, schwindet auch die Bereitschaft, sich vor Ort im Kirchenvorstand, im Pfarrgemeinderat oder in Verbänden zu engagieren.
- Unsere Forderung: Vertrauen in die Selbstorganisation, Kompetenz und Eigenverantwortung der Gemeinden vor Ort und den Erhalt ihrer rechtlichen und finanziellen Eigenständigkeit.
4. Mut zu neuen Wegen statt Zentralismus
- Die Realität: Die Reform verwaltet lediglich den Rückgang an Ressourcen nach Mustern der Vergangenheit.
- Unsere Forderung: Eine echte pastorale Konversion, die lokale Gemeinschaften ggfs. ermächtigt, Gottesdienste und Gemeindeleben auch ohne permanent anwesenden Priester eigenverantwortlich zu gestalten.
Unsere Ziele
- Sofortiger Stopp der Pläne, die eine Dezimierung von 600 Pfarreien zu 21 Seelsorgeräumen vorsehen.
- Einleitung eines echten Dialogs auf Augenhöhe zwischen der Bistumsleitung und den Gemeinden vor Ort.
- Entwicklung dezentraler Modelle, die Kooperation ermöglichen, ohne die lokale Identität zu vernichten.
Für eine Kirche, die den Menschen nachgeht
- und sich nicht von ihnen zurückzieht.